IT Fachkräfte­mangel

Im Jahr 2021 ist der IT Fachkräftemangel so groß wie nie. Die Anzahl der fehlenden IT-Fachkräfte ist mit etwa 86.000 offenen Stellen zwar niedriger als im Jahr zuvor, jedoch immer noch viel zu hoch. Viele Unternehmen sind selbst davon betroffen und wissen nicht, wie sie dem Mangel an Fachpersonal optimal entgegenwirken können. Im folgenden Artikel erhalten Sie wertvolle Informationen und Tipps, wie Sie an IT-Fachpersonal kommen, ohne dabei viel Zeit, Kraft und Geld investieren zu müssen.

Gehalt von Informatikern und Grund für Fachkräftemangel

Was können Unternehmen gegen den IT Fachkräftemangel tun?

Laut dem ITK-Verband Bitkom waren es Ende 2020 bereits 86.000 IT-Stellen, die unbesetzt geblieben sind. Zwar wurde bereits ein wesentlicher Rückgang der Zahlen im Vergleich zum vergangen Jahr verzeichnet, jedoch sind die Zahlen immer noch viel zu hoch.

Dieser erhebliche Mangel an IT-Personal bedroht nicht nur Deutschlands gesamte Wirtschaft, sondern bremst auch die digitale Transformation sowie die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmen. Zurückzuführen ist der IT Fachkräftemangel auf die immer weiter voranschreitende Digitalisierung und den damit verbundenen Bedarf an technischen Lösungen.

Besonders Softwareentwickler, IT-Sicherheitsspezialisten und IT-Berater sind derzeit gefragt. Aber auch weitere Bereiche der IT-Infrastruktur bleiben unbesetzt und bereiten Unternehmen große Verluste an Innovation und Wertschöpfung. So kann es im Schnitt bis zu 182 Tagen dauern, bis eine Stelle besetzt ist.

Diese IT Fachkräftestellen sind 2021 besonders gefragt:

  • Softwareentwickler mit Kenntnissen in Java, PHP, SQL, C, C++ oder nodeJS

  • Data Scientists
  • IT-Projektmanager mit Kanban- und SCRUM-Skills
  • IT-Anwendungsbetreuer
  • Product Owner und SCRUM-Master

Der Mangel an Auswahl von geeigneten Spezialisten führt oftmals zu explodierenden Gehaltsvorstellungen und mangelnder Flexibilität einzelner Bewerber, was die Suche nach einem passenden Arbeitnehmer deutlich erschwert. Aber nicht nur technische Skills sind Unternehmen heutzutage wichtig, denn jedes dritte Unternehmen (ca. 32 %) gibt an, dass Ihnen Softskills wie beispielsweise Teamfähigkeit und Empathie bei IT-Bewerbern fehlen.

1. Reverse Recruiting – Selbst aktiv werden

Da Tech-Profis derzeit händeringend gesucht werden, muss manch ein Personaler erfinderisch werden. Konventionelle Wege, wie etwa eine einfache Stellenanzeige ins Netz zu stellen, reichen nicht mehr aus. “Reverse Recruiting” heißt der neue Weg, den Unternehmen einschlagen, um den IT Fachkräftemangel zu umgehen. Nun heißt es für Unternehmen hervorzustechen, denn beim umgekehrten Recruiting bewerben sich Unternehmen bei ihren Wunschkandidaten und nicht andersherum.

Da gerade Kandidaten aus dem IT-Bereich die freie Wahl zwischen mehreren Unternehmen haben, ist Kreativität, ein authentischer Einblick in das Unternehmen und ein attraktives Angebot wichtig, um bei begehrten IT-Fachleuten erfolgreich anzukommen.

Wichtige Werte, die sich Arbeitnehmer 2021 von Unternehmen wünschen:

  • Authentizität
  • Ethik
  • Work-Life-Balance
  • Nachhaltigkeit
IT-Personalvermittlung

“Mit Active Sourcing ist zwar das Rollenverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer vertauscht, jedoch bringt es auch wesentliche Vorteile mit sich. Das Unternehmen spricht nämlich nur Kandidaten an, an denen es wirklich interessiert ist und erreicht damit IT-Fachkräfte, die vielleicht so nie aufmerksam auf den Betrieb geworden wären.” – Samuel Schneider, IT-Personalexperte

2. IT-Personalvermittlung

Wenn es um spezifische Fachkenntnisse geht oder wenig Zeit und Geld für die Personalsuche aufgewendet werden kann, ist die Beauftragung einer spezialisierten IT-Personalvermittlung eine intelligente Lösung. Diese übernimmt die komplette Suche selbst und muss nur bei Vermittlungserfolg bezahlt werden.

Durch meist spezialisierte Kenntnisse auf dem IT-Arbeitsmarkt und weitreichende Kontakte und Netzwerke haben IT-Vermittler eine gute Chance, einen geeigneten Spezialisten für Sie zu finden.

Da eine Personalvermittlung nur dann etwas verdient, wenn sie erfolgreich vermittelt hat, arbeitet sie immer ergebnisorientiert. Durch ein größeres Insiderwissen der Branche können so Kandidaten gefunden werden, die für Unternehmen sonst im Verborgenen geblieben wären.

IT Arbeitnehmerüberlassung

3. Kurzfristige Mitarbeiter – IT-Freelancer einstellen

Eine weitere und oftmals unterschätzte Möglichkeit, um an einen Spezialisten zu kommen, ist die kurzfristige Einstellung eines IT-Freelancers, um dringende Lücken in Projekten schnell zu füllen.

Ein IT-Freelancer fungiert wie ein eigenständiges Unternehmen, indem er kurzfristig Aufträge von Unternehmen ausführt. Da eine Firma ständig Veränderungen ausgesetzt ist und zu bestimmten Zeiten mehr Fachkräfte braucht, kann der kurzfristige Einsatz von Freelancern durchaus von Vorteil sein. Zu Spitzenzeiten in Projekten kann ein Betrieb den digitalen Freiarbeiter für die Dauer des Auftrags / Projektes befristet unter Vertrag nehmen.

IT-Personalvermittlung

“IT-Freiberufler sind besonders darauf fokussiert, dass Unternehmen mit ihrer Arbeit zufrieden sind, da sie auf eine positive Weiterempfehlung angewiesen sind. Sie sind meist bereits sehr erfahren auf ihrem Gebiet und liefern darum schnell und produktiv erstklassige Resultate.” – Yunus Kimyonok, Gründer & Spezialist für IT-Personal

Wer also kurzfristig eine IT-Fachkraft im eigenen Unternehmen benötigt, kann auf die Einstellung von Freelancern zurückgreifen. Auch hier gibt es zahlreiche Personalvermittlungsfirmen, die Ihnen dabei helfen können, einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Klicken Sie hier und lassen Sie sich den passenden IT-Freelancer für Ihr Unternehmen finden.

4. Coding Bootcamps liefern neue IT-Fachkräfte

An Universitäten und Hochschulen eignen sich IT-Studenten ausreichend theoretisches Wissen an, sodass diese nach ihrem Abschluss fundierte digitale Kenntnisse mitbringen. Jedoch kommt es Unternehmen heutzutage immer mehr auf Skills an, die man eben nicht in der Schule oder an der Universität erlernen kann.

Ein großes Problem ist derzeit, dass Informatik-Absolventen oftmals die Praxiserfahrung im Programmieren fehlt.

Absolventen fällt es zwar leicht, das von ihnen erlernte theoretische Wissen in einem Test abzurufen, wenn es jedoch darum geht, etwas zu programmieren oder zu entwickeln, sind viele Ex-Studis schnell damit überfordert. So besitzen Absolventen mit praktischen Erfahrungen einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber „normalen“ Informatik-Studenten. Diese sind auf dem Markt jedoch heiß begehrt und schnell abgeworben.

Wer richtig gute Programmierer sucht, muss nicht unbedingt nur nach Uni-Absolventen Ausschau halten. Es reicht meist schon, wenn der Bewerber eine gewisse Grundaffinität für das Programmieren mitbringt und sich bereits über relevante Online-Kurse digitales Wissen angeeignet hat.

Ein weiterer Weg ist es, ideale Programmierer ausbilden zu lassen.

IT-Training

Das läuft über das sogenannte „Coding Bootcamp“. Dort werden die Teilnehmer innerhalb kürzester Zeit (ca. drei Monate) in entscheidenden Technologien und Skills ausgebildet, sodass der sie anschließend qualifiziert und bereit für einen Direkt- oder Quereinstieg in der IT-Branche sind.

Coding Bootcamps gibt es bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt und sind gut etabliert. Mit der schnellen und effektiven Ausbildung von qualifizierten Programmierern wird versucht, die Lücke des IT-Personalmangels zu schließen.

Vorteile eines Coding Bootcamps für Unternehmen:

  • Nachdem der Bewerber das Coding Bootcamp absolviert hat, kann er sich anschließend als Data Scientist, Web Developer oder Java Entwickler bezeichnen und direkt einsteigen.
  • Ein Absolvent eines Coding Bootcamps verlangt im Schnitt 15 % bis 20 % weniger Einstiegsgehalt als ein Absolvent der Universität.
  • Die Preise von Coding Bootcamps variieren zwischen 4.500 und 12.000 Euro. Eine Investition in eine solche Schulung ermöglicht ambitionierten Softwareentwicklern den Schritt als Quereinsteiger in die IT-Industrie und ist ein optimaler Gewinn für das Unternehmen.

IT-Schulungsbetriebe werden auch in Zukunft weiter daran arbeiten, neue qualifizierte IT Fachkräfte auszubilden und mehr junge Menschen dazu zu gewinnen, um nachhaltig die Lücken des IT Fachkräftemangels füllen zu können.

5. IT-Offshoring und IT-Outsourcing als Notlösung

Um die großen Lücken des IT Fachkräftemangels zu schließen, wird noch einige Zeit vergehen müssen. So können Firmen zeitweise auf internationale Alternativen zurückgreifen, wie beispielsweise dem sogenannten IT-Offshoring oder IT-Outsourcing.

Outsourcing von IT Projekten ins Ausland

Beim Outsourcing werden komplette Aufgabenbereiche an ausländische Dienstleister verlagert. So kann eine Dienstleistungsfirma beauftragt werden, die komplette IT-Abteilung für das Unternehmen zu übernehmen.

IT-Offshoring hingegen bedeutet die Verlagerung bestimmter Prozesse und Aufgaben ins Ausland. Ein Unternehmen kann Projekte wie die Entwicklung einer Software an internationale Agenturen oder Freelancer (z. B. Indien, Dubai oder China) abgeben.

  • Die Firma konzentriert sich auf ihr Kerngeschäft.
  • In einigen Ländern kann eine Kostenersparnis bis etwa 60 % vorkommen.

  • Es können Kosten für Büroausstattung, Mitarbeitermanagement und Verwaltung gespart werden.
  • Das Unternehmen kann von internationalem Fachwissen profitieren.
  • Durch die Zeitzonenverschiebung kann die Arbeit rund um die Uhr in Anspruch genommen werden.

Der Nachteil: Aufpassen sollte man vor versteckten Kosten, wie zum Beispiel bei Wechselkursen der Währung oder uneindeutige Verträge durch kulturfremde Regelungen.

Zusammenfassung – Was kann man tun, um an IT-Fachkräfte zu kommen?

  • Als Unternehmen aktiv werden und bei Informatikern selbst bewerben.

  • Es müssen nicht immer Informatik-Absolventen eingestellt werden, die IT-Fachkräfte Positionen übernehmen. Programmierfreudige Studienabbrecher oder Quereinsteiger können ebenfalls auf einen ähnlichen Stand gebracht werden.
  • Rekrutierung angehender Programmierer aus so genannten Coding Bootcamps oder ambitionierte Bewerber selbst dorthin schicken.
  • IT-Outsourcing und IT-Offshoring nutzen, für eine schnelle Auslagerung von IT bezogenen Positionen.
  • Zusammenarbeit mit IT-Personalvermittlern, um Lücken zu schließen.
  • Freelancer für kurzfristige Projekte einstellen.

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